Opensea: So erstellt man eine Kollektion und mintet NFTs (Ethereum-Blockchain)

Opensea: So erstellt man eine Kollektion und mintet NFTs (Ethereum-Blockchain)

Deutschland hat Nachholbedarf in Sachen NFTs. Was von vielen heute noch als witzige Spielerei von ein paar Internet-Nerds betrachtet wird, ist im Prinzip ein komplett neuer Wirtschaftszweig, der viele alte ablösen wird. Kann man durchaus heute schon erkennen, man kann aber auch lieber seine Augen verschließen und weitermachen wie bisher. Das Web 3 wird großartig, ein von Nutzern für Nutzer geschaffenes Internet. Klar, auch im Web 3 wird man auf alte Probleme stoßen, ein ganz spannender und vermutlich nicht zu lösender Punkt, wird Zensur sein. Was auf einer Blockchain landet, ist dort unwiderruflich gespeichert, das können eben auch Inhalte sein, die gesellschaftlich nicht akzeptabel sind. Aber darum soll es jetzt nicht gehen, sondern darum, wie man bei Opensea, dem größten Handelsplatz für NFTs, seine eigene Kollektion erstellt und dann auch direkt NFTs minten kann.

Ich werde das hier anhand eines einfachen Bildchens zeigen und dies auch bis zu Ende durchspielen, wenn ihr Bock habt, könnt ihr also ein webdrei.info-NFT auf der Ethereum-Blockchain zulegen. Kein Utility-NFT, keine fragwürdige Verlosung oder ähnliches. Wie man es halt macht, wenn man etwas das erste Mal ausprobiert.

Das wird benötigt

Ihr benötigt natürlich einen Internet-Browser mit der MetaMask-Erweiterung, sodass ihr im Browser mit der Ethereum-Blockchain interagieren könnt. Außerdem benötigt ihr natürlich etwas, das ihr als Token erstellen wollt, das kann ein Bild, ein Video, ein 3D-Modell oder sonst etwas sein. Möchte man ganz exotische Formate minten und diese sollen auch dargestellt werden, sollte man eventuell einen Blick in die Dateikompatibilität werfen. Und dann benötigt ihr noch etwas ETH, das Minten der Token kostet etwas, wenn ihr diese Kosten nicht auf potentielle Käufer abwälzen möchtet. Aktuell sind die Preise für Transaktionen wieder recht annehmbar, sodass man sich auch beim Ausprobieren nicht gleich ruiniert.

Die Kollektion bei Opensea

Wenn ihr euch bei Opensea registriert/angemeldet habt (ihr müsst nur die Wallet via MetaMask verknüpfen, keine Angaben von weiteren Daten nötig, auch die E-Mail-Adresse müsst ihr nur angeben, wenn ihr Benachrichtigungen erhalten wollt), klickt ihr rechts oben über euer Profilbild auf „My Collections“ und betätigt dort dann den Button „Create a collection“.

Im folgenden Fenster wählt ihr dann ein quadratisches Bild für eure Kollektion (aufgepasst, das wird rund geschnitten, also nicht zu sehr in die Ecken gehen). Außerdem müsst ihr der Kollektion einen Namen geben und eine Beschreibung einfügen. Diese Sachen könnt ihr im Nachhinein auch noch ändern.

Habt ihr alles ausgefüllt, klickt ihr noch auf „Create“ und Opensea wird euch mitteilen, dass eure Kollektion erstellt wurde. Ihr könnt nun direkt via „Add Items“ zum Minting von Token übergehen – oder ihr macht erst die Kollektion hübsch. In beiden Fällen klickt ihr einfach den Button.

Ihr seht nun eure nackte Kollektion und irgendwo sogar ganz klein das Bild, welches ihr hochgeladen habt. Da geht natürlich noch mehr. Klickt dazu auf den Edit-Button und euch begrüßt wieder ein Editor-Fenster ähnlich dem vom Anfang. Nur mit mehr Auswahlmöglichkeiten, ihr könnt noch verschiedene Bildgrößen setzen, an dieser Stelle auch Texte bearbeiten und euch eine Shorturl aussuchen (muss natürlich frei sein).

Danach könnt ihr noch eine Kategorie auswählen und die Kollektion mit Links zu Webseite, Discord, Twitter, Instagram, Medium und Telegram spicken. Je mehr ihr da ausfüllt, desto vertrauenserweckender sieht eure Kollektion am Ende aus.

Nun folgt ein Abschnitt, der vor allem für Künstler interessant sein dürfte. Man kann nämlich auf die Kollektionen auch Royalties für Weiterverkäufe festlegen. Heißt also, wenn ihr euren Token einmal verkauft habt, könnt ihr weiterhin daran verdienen. Bei jedem Weiterverkauf erhaltet ihr automatisch den von euch selbst festgelegten Prozentsatz, ob 1% oder 100%, es bleibt euch überlassen. Bei den Künstlern und großen Kunstplattformen haben sich 10% Royalties etabliert. Viele Künstler, die vor drei Jahren billig verkauft haben, erleben nun, was Royalties bringen. Bei Kunst werden oft sehr hohe Preise erzielt, wenn man da als Künstler bei einem Dritt- oder Viertverkauf jedes Mal 10% erhält, kann das lebensverändernd sein.

Jedenfalls könnt ihr in diesem Abschnitt jene Prozent festlegen. Außerdem müsst ihr eine Empfängeradresse angeben, an die die Royalties gehen. Es empfiehlt sich hier eine zu nehmen, die von der Kollektion abweicht, ist aber nicht zwingend notwendig.

Auch könnt ihr an dieser Stelle gleich festlegen, welche Währungen ihr akzeptieren möchtet. ETH ist euch zu volatil? Nehmt USDC oder DAI, die entsprechen je 1 Dollar. So seid ihr super flexibel und entgeht jeglichen Kursschwankungen. Ihr könnt aber auch jeden anderen Token akzeptieren, das bleibt euch überlassen, die Auswahl ist riesig.

Zum Schluss könnt ihr noch festlegen, wie eure Kollektion dargestellt werden soll, ob sie jugendgefährdende Inhalte enthält und ihr könnt sogar andere Wallets hinzufügen, die dann ebenfalls in diese Kollektion Token minten können. Ist das alles erledigt, sollte eure Kollektion beim Besuch der Kollektionsseite schon ansprechender aussehen:

NFTs minten

Jetzt gilt es, die Kollektion auch mit NFTs zu befüllen. Dazu bemüht ihr in der Kollektion selbst den Manage Button, den ihr rechts oben neben eurer Linkliste seht.

Im nächsten Screen geht ihr dann auf Add Item und werdet feststellen, dass sich die Erstellung von Kollektion und Token sehr ähnelt. Zu sehen ist das Upload-Feld für eure Datei, ihr gebt einen Namen ein und könnt auch eine Url festlegen, die dann direkt von der Tokenseite klickbar ist.

Weiter geht es mit der Beschreibung – je mehr Information ihr da reinpackt, desto besser, ihr dürft nicht davon ausgehen, dass Leute eure Token nur über eure Wege finden. Und im Idealfall möchtet ihr ja etwas verkaufen. Direkt darunter könnt ihr Properties, Levels und Stats festlegen. Ich nehme hier wieder den Künstler als Beispiel. Denn das Nutzen dieser Felder ist sehr wichtig, wenn es darum geht, wie gefragt ein NFT sein kann. Malt ihr beispielsweise Bilder mit dem Kugelschreiber und andere mit Wasserfarben, bietet es sich an, bei den Properties ein Feld mit beispielsweise „Serie“ und als Value dann „Kugeschreiber“ anzugeben. Mintet ihr später Token mit Wasserfarben, könnt ihr wieder „Serie“ nutzen, als Value aber „Wasserfarben“. So bekommt ihr eine gewisse Kontinuität in eure Token und macht es Sammlern sehr viel einfacher. Was ihr genau in diese Felder schreibt, ist völlig euch überlassen, da gibt es keine Vorgaben oder so.

So geht ihr auch bei Levels vor, dort könnt ihr die Werte benennen und dann X/X Punkten für den Token vergeben. Eignet sich weniger für Kunst, mehr aber für Game-Token. Optisch äußern sich die Eingaben in den Bereichen dann so:

Ihr müsst nicht alle Felder ausfüllen, empfehlenswert ist es aber auf jeden Fall bei denen, die für euren Token auch Sinn ergeben. Ich habe hier nur überall etwas ausgefüllt, damit man etwas sieht. Spanned ist noch der nächste Punkt, „unlockable content“. Hier könnt ihr ein Textfeld befüllen, das nur der Inhaber des Tokens einsehen kann. Das kann zum Beispiel ein Link zu einer Originaldatei sein, ein Gutscheincode oder was auch immer, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Festlegen müsst ihr auch noch, ob euer Token jugendfrei ist oder nicht und dann geht es zur Anzahl. Ob ihr eine oder tausend Tokens erstellt, spielt keine Rolle (im technischen Sinn). Kommt sehr drauf an, was man damit macht, Einzeltoken sind natürlich vor allem im Kunstbereich sehr begehrt (allerdings stellt sich da dann auch die Frage, ob man diese über Opensea oder nicht doch lieber über eine Kunstplattform oder gar eigenen Contract mintet). Allerdings kann man bei Opensea aktuell jeweils nur einen Token minten, dafür entstehen bei der ganzen Geschichte auch keine Kosten. Das dürfte sich aber bald ändern, dann kann man auch mehrere gleiche Token erstellen.

Unten im Screenshot seht ihr noch Freeze metadata. Das ist ein nicht unwichtiger Punkt, allerdings kann man das erst machen, wenn das Item schon erstellt ist. Lässt man dieses Freeze metadata weg, ist der Token im Prinzip gar nicht so non fungible. Der Token auf der Blockchain an sich zwar schon, aber der angezeigte Inhalt würde sich ändern lassen. Stellt euch vor ihr kauft euch ein super süßes Katzenbild, der Künstler denkt sich aber, och nö, änder ich die Metadaten doch mal auf einen Grottenolm. Durch dieses Freeze metadata werden die hinterlegten Daten dezentral gespeichert, lassen sich dann aber eben auch nicht mehr verändern. Ein Klick auf Create erstellt nun den Token.

Wenn ihr nun direkt den Edit-Button bemüht, könnt ihr den Metadata-Freeze machen und das ganze bestätigen. Vorher noch einmal drüber schauen, ob auch alles passt und dann geht es weiter.

Da ihr die Daten nun auf der Blockchain speichert, müsst ihr das mit einer Transaktion bestätigen.

In diesem Fall kostete das keine 5 Dollar, die Bestätigung erfolgt über MetaMaks:

Ist die Transaktion abgeschlossen, wird euch das bestätigt. Opensea lässt euch auch gleich wissen, dass es ein paar Minuten dauern kann, bis die Änderungen auch bei Opensea angezeigt werden.

NFT via Opensea verkaufen

Nun ist der Token also tatsächlich ein NFT und bereit in die Wallets anderer zu rutschen. Stellen wir ihn also zum Verkauf, hier gibt es nämlich einige Stolpersteine, die einem nicht nur den Spaß verderben können, sondern im Zweifel auch dafür sorgen, dass ein Verkauf zu einem Minusgeschäft wird. Ruft ihr euren Token auf, seht ihr rechts oben einen Sell-Button, den ihr beherzt anklicken könnt.

Lasst euch nicht von der Vielzahl der Optionen entmutigen, ihr werdet sehr schnell herausfinden, was die besten Verkaufsoptionen sind. Ihr habt die Wahl zwischen festem Preis, normaler Auktion oder Rückwärtsauktion. Auch könnt ihr gleich mehrere NFTs zu einem Bundle zusammenfassen und auf einmal verkaufen. Kann ich in diesem Fall nicht, da ich nur einen Token erstellt habe.

Möchtet ihr den Token zum Festpreis verkaufen, müsst ihr nur den Betrag eingeben. Bedenkt allerdings, das ein Zurückziehen vom Markt auch eine Transaktion kostet. Möchtet ihr also ein bisschen mit Preisen experimentieren, empfiehlt es sich ein Enddatum festzulegen. Das erreicht ihr über „Include ending price“. Ihr könnt auf die Minute festlegen, wann euer Angebot vom Markt genommen wird und bezahlt dafür keinen Cent. Auf diese Weise lassen sich auch Rückwärtsauktionen realisieren. Einfach den Endpreis nach unten setzen und die entsprechende Zeit wählen, dann läuft der Preis Stück für Stück runter bis jemand zuschlägt oder die Rückwärtsauktion vorbei ist.

Rechts seht ihr noch die Gebühren, 2,5% gehen an Opensea, 5% hatte ich bei den Royalties eingestellt. Ihr könnt außerdem noch Bounties festlegen, standardmäßig sind 1% eingestellt. Das erhält jemand, der euren Token empfiehlt und dieser dann über seinen Ref-Link gekauft wird. Ich sehe tatsächlich oft Verkäufe, die diese Bounties abschöpfen, allerdings gehe ich davon aus, dass hier oft der Käufer selbst einfach einen Ref-Link erstellt und dann kauft. Reine Vermutung aus Beobachtungen aber, ich lasse die Bounties immer wie sie voreingestellt sind.

Ihr könnt eure NFTs auch als normale Auktion an den Höchstbietenden verkaufen. Das ergibt allerdings nur bei höherpreisigen NFTs Sinn, denn Opensea wickelt nur Auktionen automatisch ab, deren Endpreis 1 ETH übersteigen. Ihr könnt zwar auch niedrigere Gebote akzeptieren, zahlt dann aber wiederum die Transaktion für das Verschicken des NFTs. Man kann auch einen Reserve-Preis festlegen, der oberhalb des Startpreises liegt, aber auch hier, das lohnt natürlich nur bei entsprechenden Summen.

Habt ihr alles so eingestellt wie ihr es haben möchtet, klickt ihr auf Post Your Listing. Ihr müsst nun nur noch mit MetaMask unterschreiben (es entstehen dabei keine Transaktionskosten) und schon kann euer NFT gekauft werden.

Ruft ihr das Listing dann auf, könnt ihr den Preis ändern (nur nach unten!) oder das Listing auch canceln. Das Canceln kostet dann wieder eine Transaktion, deshalb auch besser zeitlich begrenzte Verkäufe starten.

Ist ein Verkauf erfolgreich abgeschlossen, müsst ihr selbst nichts mehr tun, die Kohle landet im Wallet, der Token beim Käufer.

Zum Abschluss noch: Was sich hier sehr aufwändig liest, ist es im Prinzip nicht. Erstelle ich heute eine Kollektion, dauert das keine 5 Minuten, das Minten der Tokens geht auch flott von der Hand. Allerdings sollte man schon immer genau hinschauen, was man macht, spätestens nach dem Metadata-Freeze gibt es kein zurück mehr. Auch sollte man bedenken, dass es sich beim Token-Minting via Opensea um die einfachste Methode handelt, als Unternehmen oder so wird man eher auf eigene Smart Contracts zurückgreifen, um Tokens zu verteilen. Zum Ausprobieren aber eine super Sache, eben weil es nicht allzu kompliziert ist.

Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen mit dieser Anleitung helfen, vielleicht ein bisschen Licht in das Dunkel der NFT-Erstellung zu bringen. Und vielleicht sogar jemanden dazu animieren, das selbst auszuprobieren. Sollten sich Künstler unter den Lesern befinden, die Zugang zu den Kunstplattformen suchen oder einen komplett eigenen Smart Contract benötigen, haut mich ruhig via Twitter an, ich helfe gern – so weit ich kann.

Hier noch die Links zur eben erstellten Kollektion und dem dazugehörigen NFT.

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